Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Koordinierungsstelle?

Für die Koordinierung von Angeboten für Jugendliche, die nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht keine Ausbildung gefunden haben, ihre Ausbildung abgebrochen haben oder sich in besonderen Situationen befinden, wurden Koordinierungsstellen (KOST) eingerichtet. Es gibt in jedem Bundesland je eine Koordinierungsstelle sowie eine bundesweite Koordinierungsstelle. Die Koordinierungsstellen werden vom Sozialministerium gefördert.

 

Bei der Koordinierungsstelle laufen alle Meldungen und Daten über Jugendliche zusammen. Die zuständige Koordinierungsstelle nimmt schriftlich Kontakt mit den betreffenden Jugendlichen und ihren Eltern auf, wenn sie erfährt, dass Jugendliche die Ausbildungspflicht nicht erfüllen. Sie bietet weiters entsprechende Unterstützung und führt Beratungsgespräche durch.

 

Zuständig für Jugendliche ist jene Koordinierungsstelle, in deren Gebiet der Wohnsitz der Jugendlichen liegt.

Titel: Bundesweite Koordinierungsstelle AusBildung bis 18 Erklärung: In Österreich gibt es eine bundesweite Koordinierungsstelle und neun regionale Koordinierungsstellen, in jedem Bundesland eine. Die Koodinierungsstellen setzen die AusBildung bis 18 um. Dabei helfen ihnen die regionalen Netzwerke der Unterstützung. Die bundesweite Koordinierungsstelle wird von der Bundessteuerungsgruppe und dem Bundesbeirat kontrolliert und beauftragt.

 

Hier können Sie mit der Koordinierungsstelle in Kontakt treten.

Was trägt die Schule zur AusBildung bis 18 bei?

Das Schulsystem setzt seit Jahren eine Vielzahl an Reformmaßnahmen, die die Schulqualität erhöhen und damit zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit für jedes Kind beitragen sollen. Konkret sind es drei Säulen, auf denen diese Maßnahmen fußen: Prävention, Intervention und Kompensation.

 

Zu den präventiven Maßnahmen, die Schulabbrüchen vorbeugen sollen, zählen unter anderen

  • Initiativen zur Förderung der Schulqualität,

  • der Ausbau ganztägiger Schulformen,

  • der Ausbau der Sprachförderung,

  • die Reform der berufsbildenden mittleren Schulen,

  • Übergangsstufen an den AHS und BHS oder auch

  • spezifische Kompetenz-Checks im Bereich der allgemein bildenden Pflichtschulen.

 

Intervention bedeutet: unterstützen, wo Bedarf besteht, um einen Schul- oder Ausbildungsabbruch zu verhindern. Das passiert in Form von Jugendcoaching, durch psychosoziale Beratung und Betreuung an den Schulen, individuelle Lernbegleitung und Förderangebote oder auch durch Unterstützungsmaßnahmen für sogenannte Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, die bspw. ihren Pflichtschulabschluss kostenlos nachholen können.

 

Kompensation soll ebenfalls helfen, Versäumtes wie einen Pflichtschulabschluss im Rahmen der Erwachsenenbildung nachzuholen oder auch einen Alphabetisierungskurs kostenlos zu belegen, mit dem Ziel, einen Schul- oder Ausbildungsabschluss nachzuholen. Weil Bildung und Ausbildung zählen und ein ganz wesentlicher Baustein für ein selbstbestimmtes Leben sind.

Ab wann gilt die Ausbildungspflicht?

Das Ausbildungspflichtgesetz gilt seit 1. August 2016. Der erste betroffene Jahrgang sind jene Jugendlichen, deren Schulpflicht 2017 endet.
Die Meldeverpflichtung für Erziehungsberechtigte gilt ab 1. Juli 2017.
Die Strafbestimmungen treten erst mit 1. Juli 2018 in Kraft.

 

Die Meldepflicht tritt für Bundesschulen mit 1. Juli 2017 und für Pflichtschulen mit 1. Juli 2018 in Kraft.

Welche Aufgaben haben Schulen im Rahmen der Ausbildungspflicht?

Damit die Ausbildungspflicht greifen kann, bedarf es einer möglichst umfassenden Information über Jugendliche, die eine Schule oder Ausbildung abgebrochen oder erst gar nicht angetreten haben. Aus diesem Grund sind – neben den Eltern und anderen relevanten Institutionen und Einrichtungen – auch die Schulen verpflichtet, der Statistik Austria Daten der von ihnen ausgebildeten oder betreuten Jugendlichen zu melden. Damit soll ein Dropout so früh wie möglich erkannt und Interventionen ermöglicht werden.

 

Schulen leisten weiters im Rahmen der Erstellung des Perspektiven- oder Betreuungsplans Unterstützung und prüfen, sofern dies zweckmäßig ist, die Möglichkeit einer Wiederaufnahme oder Fortsetzung eines Schulbesuchs.

Bereits vor dem Ende der Schulpflicht erbringen Schulen außerdem einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Bewusstseins für die Rolle einer weiterführenden Bildung oder Ausbildung bei Jugendlichen. So haben beispielsweise Schulleiterinnen und Schulleiter im Pflichtschulbereich in Wahrnehmung ihrer Gesamtverantwortung für die Unterrichts- und Erziehungsarbeit auf ein koordiniertes Zusammenwirken aller Ansätze und Maßnahmen im Bereich Information, Beratung und Orientierung für Bildung und Beruf zu achten.

 

Weiterführende Schulen sind sich ihrer Verantwortung bewusst und bieten Jugendlichen, die sie aufgenommen haben, die Möglichkeit des Aufholens bzw. einer Neuorientierung an, sollten sich bereits zu Beginn dieser Ausbildung Defizite zeigen.

Ab wann besteht die Meldeverpflichtung für Schulen?

Die Meldepflicht tritt für Bundesschulen mit 1. Juli 2017 und für Pflichtschulen mit 1. Juli 2018 in Kraft.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Informationen brauche?

Auf dieser Website stehen viele Informationen zur Verfügung, die häufig gestellte Fragen beantworten. Sie sind geordnet in Fragen und Antworten für

 

  • Eltern,
  • Jugendliche,
  • Schulen,
  • Organisationen und Einrichtungen,
  • Betriebe,
  • allgemeine Fragen

 

Haben Sie konkrete Fragen, welche über die auf dieser Website angebotenen Informationen hinausgehen, wenden Sie sich bitte an die Koordinierungsstelle!

Hier können Sie mit der Koordinierungsstelle in Kontakt treten!

Wann müssen Schulen die Daten aller Zu- und Abgänge der Statistik Austria übermitteln?

Die Daten müssen ab 1. Juli 2017 (Pflichtschulen ab dem 1. Juli 2018) zu den Stichtagen Anfang Februar, April, Juni und Oktober jedes Kalenderjahres jeweils innerhalb von sieben Werktagen übermittelt werden.

 

Die Meldung ist vier Mal im Jahr zu erstatten, um bei Jugendlichen mit fehlendem Ausbildungsstatus rasche Interventionen zu ermöglichen.

Was passiert mit den gemeldeten Daten?

Die von Schulen und anderen Einrichtungen übermittelten Daten werden von der Statistik Austria miteinander abgeglichen, um jene Jugendlichen herauszufiltern, die keiner Ausbildung nachgehen. Die für die Kontaktaufnahme nötigen Daten dieser Jugendlichen werden über das Sozialministeriumservice an die zuständige Koordinierungsstelle übermittelt. Zuständig ist jene Koordinierungsstelle, in deren Gebiet der Wohnsitz der Jugendlichen liegt.

 

Die Koordinierungsstellen sorgen dafür, dass der Sachverhalt aufgrund der erfolgten Meldungen abgeklärt wird und rasch die erforderlichen Unterstützungsmaßnahmen gesetzt werden. Sie arbeiten dabei mit den betroffenen Institutionen (z.B. Jugendeinrichtungen von Bund und Ländern, Schulen, Lehrlingsstellen, Betrieben, AMS) zusammen.

Wie sind die Daten der Jugendlichen zu übermitteln?

Die Übermittlung der Daten muss in einem von der Statistik Austria vorgegebenen Datenformat mittels des von der Statistik Austria bereitgestellten Webservice oder der bereitgestellten Portalapplikation erfolgen. Detaillierte Angaben dazu befinden sich in einem eigenen Erlass des Bundesministeriums für Bildung.

 

Das AMS, der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger sowie das Sozialministeriumservice übermitteln die Daten mit dem vbPK-AS sowie dem vbPK-ZP, alle anderen beteiligten Institutionen übermitteln die Daten in Form der Sozialversicherungsnummer.

Welcher Aufwand entsteht durch die Meldeverpflichtung?

Die betroffenen Schulen müssen die Abgänge in Zukunft mindestens vier Mal pro Jahr in der von der Schule verwendeten Applikation vermerken. Die monatliche Routine der erforderlichen Datenübertragung läuft automatisch ab.

 

Die zur Einhaltung der Meldepflicht durch die Schulen erforderlichen Vorkehrungen hat der jeweilige Schulerhalter zu treffen.

Melden auch noch andere Einrichtungen außer den Schulen Daten über Jugendliche?

Neben den Schulen müssen Lehrlingsstellen, AMS, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Sozialministeriumservice und die nicht von AMS oder Sozialministeriumservice beauftragten Träger von Ausbildungsangeboten Daten aller Zu- und Abgänge in und aus der Ausbildung oder Betreuung von nicht mehr schulpflichtigen Jugendlichen der Statistik Austria übermitteln.

 

Eltern müssen der Koordinierungsstelle melden, wenn ihr Kind seit vier Monaten weder eine Schule besucht noch eine Ausbildung absolviert.

Wie wird beim Meldesystem der Datenschutz gewährleistet?

Die Statistik Austria handelt als Dienstleister des Sozialministeriumservice und ist gesetzlich verpflichtet, die erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Gewährleistung der Datensicherheit zu treffen. Sie ersetzt die übermittelten Sozialversicherungsnummern durch spezielle Personenkennzeichen und löscht die Sozialversicherungsnummern. Damit kann die Verknüpfung der übermittelten Daten indirekt personenbezogen erfolgen.

 

Das Sozialministeriumservice und die Koordinierungsstellen sind zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten nur insoweit ermächtigt, als diese zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben eine wesentliche Voraussetzung sind. Im Beratungsfall dürfen nur jene Daten ausgetauscht werden, die unbedingt erforderlich sind, um eine Erreichung der Zielsetzungen der AusBildung bis 18 leisten zu können.

 

Daten unterschiedlicher staatlicher Bereiche dürfen nur von der Statistik Austria und nur indirekt personenbezogen zusammengeführt werden, um statistische und wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen.