Häufig gestellte Fragen

Ich überlege meine Ausbildung abzubrechen. Wie geht’s jetzt weiter?

Eine Ausbildung macht nicht immer Spaß. Manchmal ist einfach alles ein bisschen zu viel, das ist normal. Wenn du Hilfe brauchst, bekommst du sie von der Koordinierungsstelle, dem Jugendcoaching oder anderen Stellen, die dich unterstützen wollen. Melde dich einfach unter 0800 700 118 oder schreib ein E-Mail an Info@AusBildungbis18.at.

Darf ich mit 16 Jahren arbeiten gehen?

Die Ausbildungspflicht ist da, damit alle Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, eine Ausbildung zu machen. Das ist deshalb wichtig, weil deine Ausbildung über dein künftiges Leben entscheidet, z.B. wieviel du einmal verdienen wirst oder wie gesund du sein wirst.

Deshalb ist es auch nicht erlaubt, mit 16 Jahren eine Arbeit zu beginnen, wenn sie nicht Teil deiner Ausbildung ist. Im Zuge einer Lehre oder während der Ferien zu arbeiten, ist natürlich erlaubt. In absoluten Ausnahmefällen kann in deinem persönlichen Perspektiven- oder Betreuungsplan aber eine Hilfstätigkeit vorgesehen werden. Während der Hilfstätigkeit wirst du auch vom Jugendcoaching betreut, damit du nach Möglichkeit an eine Ausbildung herangeführt werden kannst.

Darf ich jetzt keinen Ferialjob mehr machen?

Doch. Du darfst natürlich auch weiterhin in der ausbildungsfreien Zeit eine Ferialpraxis machen.

Ab wann gilt die Ausbildungspflicht?

Das Ausbildungspflichtgesetz gilt seit 1. August 2016. Der erste betroffene Jahrgang sind jene Jugendlichen, deren Schulpflicht 2017 endet.
Die Meldeverpflichtung für Erziehungsberechtigte gilt ab 1. Juli 2017.
Die Strafbestimmungen treten erst mit 1. Juli 2018 in Kraft.

Gilt die Ausbildungspflicht auch für Asylwerberinnen und Asylwerber?

Nein. Die Ausbildungspflicht gilt nur für Jugendliche, die schon Asyl haben, und für subsidiär Schutzberechtigte. Für jugendliche Asylwerberinnen und Asylwerber, die sich in der Grundversorgung befinden, stehen jedoch besondere und bedürfnisgerechte Bildungsangebote zur Verfügung.

 

Nach Möglichkeit sollen auch Asylwerberinnen und Asylwerber unter 18 in Zukunft besser auf eine Integration in eine Schule, eine Ausbildung oder den Arbeitsmarkt vorbereitet werden.

 

Fragen dazu beantwortet die Koordinierungsstelle.

 

Eine Auflistung von Angeboten für Asylwerberinnen und Asylwerber finden Sie hier bei help.gv.

Was ist das Jugendcoaching?

Seit 2012 begleitet das Jugendcoaching junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf. Rund 35.500 Jugendliche nehmen jährlich daran teil. Im Rahmen der AusBildung bis 18 spielt das Jugendcoaching eine wichtige Rolle.

 

Manche Jugendliche sind gefährdet, nach der Pflichtschule keine weitere Schule oder Lehre zu machen. Um diese Jugendlichen kümmert sich  das Jugendcoaching ganz besonders. Das Jugendcoaching unterstützt Jugendliche ab dem letzten Jahr der Schulpflicht in allen Schultypen. Es betreut außerdem auch außerschulische Jugendliche, die Unterstützung bei der Entscheidung über die Berufswahl benötigen. 

 

Im Rahmen der AusBildung bis 18 erstellt das Jugendcoaching gemeinsam mit diesen Jugendlichen  einen persönlichen Perspektivenplan, in dem die weiteren Schritte festgehalten werden. Das Jugendcoaching ist ein Angebot des Sozialministeriumservice.

Was ist eine Koordinierungsstelle?

Für die Koordinierung von Angeboten für Jugendliche, die nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht keine Ausbildung gefunden haben, ihre Ausbildung abgebrochen haben oder sich in besonderen Situationen befinden, wurden Koordinierungsstellen (KOST) eingerichtet. Es gibt in jedem Bundesland je eine Koordinierungsstelle sowie eine bundesweite Koordinierungsstelle. Die Koordinierungsstellen werden vom Sozialministerium gefördert.

 

Bei der Koordinierungsstelle laufen alle Meldungen und Daten über Jugendliche zusammen. Die zuständige Koordinierungsstelle nimmt schriftlich Kontakt mit den betreffenden Jugendlichen und ihren Eltern auf, wenn sie erfährt, dass Jugendliche die Ausbildungspflicht nicht erfüllen. Sie bietet weiters entsprechende Unterstützung und führt Beratungsgespräche durch.

 

Zuständig für Jugendliche ist jene Koordinierungsstelle, in deren Gebiet der Wohnsitz der Jugendlichen liegt.

Titel: Bundesweite Koordinierungsstelle AusBildung bis 18 Erklärung: In Österreich gibt es eine bundesweite Koordinierungsstelle und neun regionale Koordinierungsstellen, in jedem Bundesland eine. Die Koodinierungsstellen setzen die AusBildung bis 18 um. Dabei helfen ihnen die regionalen Netzwerke der Unterstützung. Die bundesweite Koordinierungsstelle wird von der Bundessteuerungsgruppe und dem Bundesbeirat kontrolliert und beauftragt.

 

Hier können Sie mit der Koordinierungsstelle in Kontakt treten.

Wie kann ich die Ausbildungspflicht erfüllen?

Die Ausbildungspflicht kannst du erfüllen,

 

  • wenn du eine Schule besuchst,
  • wenn du privaten Unterricht hast,
  • wenn du eine Ausbildung machst, z.B. eine Lehre, eine Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) oder eine Teilqualifikation,
  • wenn du dich in einem Kurs auf eine Ausbildung oder einen Abschluss vorbereitest,
  • zum Beispiel auf den Pflichtschulabschluss,
  • wenn du an einem Projekt teilnimmst, das dir helfen soll, einen Arbeitsplatz oder eine Lehre zu finden,
  • wenn du an Angeboten für Jugendliche mit Assistenzbedarf teilnimmst,
  • wenn du einer Arbeit nachgehst, die in deinem Perspektiven- oder Betreuungsplan steht.

 

Das Sozialministerium veröffentlicht eine Liste mit allen Angeboten, durch welche die Ausbildungspflicht erfüllt werden kann.

Gilt die Ausbildungspflicht auch für mich?

Alle Menschen unter 18 Jahren müssen nach der Pflichtschule eine weiterführende Schule oder eine Ausbildung machen. Dies gilt für Jugendliche, die ständig in Österreich wohnen.

 

Das Gesetz gilt erstmals für alle Jugendlichen, deren Schulpflicht mit dem Schuljahr 2016/2017 endet, und danach für alle folgenden Jahrgänge. In Zukunft werden davon alle Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren betroffen sein.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Informationen brauche?

Auf dieser Website stehen viele Informationen zur Verfügung, die häufig gestellte Fragen beantworten. Sie sind geordnet in Fragen und Antworten für

 

  • Eltern,

  • Jugendliche,

  • Schulen,

  • Organisationen und Einrichtungen,

  • Betriebe,

  • allgemeine Fragen

 

Hast du konkrete Fragen, welche über die hier angebotenen Informationen hinausgehen, wende dich bitte an die Koordinierungsstelle!

Warum gibt es die Ausbildungspflicht?

Die Ausbildungspflicht ist eine Art Sicherheitsnetz. Die meisten Jugendlichen machen nach der Pflichtschule eine Lehre oder gehen weiter in die Schule. Einige Jugendliche machen das nicht. Sie brechen die Schule oder Lehre ab, haben eine Hilfsarbeit oder machen einfach gar nichts.

 

Das kann schwere, lebenslange Folgen haben. Menschen mit geringer Ausbildung können später leicht arbeitslos werden oder nur eine Hilfsarbeit ausüben. Sie haben meistens auch weniger Möglichkeiten, sich ihren Job auszusuchen.

 

Das Einkommen von Menschen mit wenig Ausbildung bleibt häufig ihr ganzes Leben lang gering, auch in der Pension. Das bedeutet, dass sie sich weniger leisten können und oft nicht das Leben führen können, das sie sich wünschen. Reisen, Kino, Konzerte, Sport, ein Haustier – vieles ist zu teuer und bleibt unerreichbar.

Ist die Ausbildungspflicht eine Art längere Schulpflicht?

Die Ausbildungspflicht ist keine längere Schulpflicht, denn sie kann nicht nur dadurch erfüllt werden, dass man weiter in die Schule geht. Sie kann auch erfüllt werden, indem man eine Lehre oder eine andere Ausbildung macht, oder indem man z.B. ein Angebot des AMS oder des Sozialministeriumservice nutzt.

Was passiert, wenn jemand keine Schule oder Ausbildung macht?

Wenn die Koordinierungsstelle erfährt, dass ein Jugendlicher oder eine Jugendliche  schon seit 4 Monaten keine Schule oder Ausbildung macht, schreibt sie einen Brief an den Jugendlichen oder die Jugendliche und an die Eltern.

 

Danach versucht das Jugendcoaching mehrmals, mit den Eltern zu reden.

Wenn dies nicht klappt, bekommen die Eltern noch einen Brief von der Koordinierungsstelle. Reagieren die Eltern wieder nicht, können sie angezeigt werden.

 

Reagieren die Eltern aber auf die Briefe, bekommen sie Unterstützung vom Jugendcoaching oder vom AMS. Das Jugendcoaching oder das AMS erstellen dann gemeinsam mit dem oder der Jugendlichen  einen persönlichen Perspektiven- oder Betreuungsplan. Dieser Plan beschreibt, wie der oder die Jugendliche die Ausbildungspflicht erfüllen kann. Das kann zum Beispiel durch eine Schule, eine Lehre, eine Teilqualifizierung oder einen Kurs zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses geschehen.

 

Wichtig für den Plan ist das, was die Jugendlichen selbst wollen. Es wird nichts entschieden, was der oder die Jugendliche nicht will.

 

Die Koordinierungsstellen und das Jugendcoaching sind Angebote des Sozialministeriumservice.

Was ist, wenn ich keine Ausbildung machen will?

Aus deiner heutigen Sicht scheinen die Schule oder eine Ausbildung oft unbequem zu sein. Die Ausbildung entscheidet aber sehr oft über das Leben, das man später führt. Eine bessere Ausbildung eröffnet mehr Möglichkeiten: einen besseren Job, mehr Einkommen und mehr Chancen. 

 

In Österreich dauert die Schulpflicht 9 Jahre. Diese 9 Jahre sind sehr wichtig für deine Entwicklung, aber sie bilden dich noch nicht für einen Beruf aus. Junge Menschen müssen immer mehr wissen und können, um eine gute Arbeit zu bekommen, diese zu behalten oder gut zu verdienen.

Was ist ein Perspektiven-Plan oder Betreuungs-Plan?
Und wie bekomme ich einen?

Ein Perspektiven- oder Betreuungsplan hilft dir

 

  • wenn du gerade keine Schule oder Ausbildung machst,

  • wenn du arbeitest, aber nicht mehr als den Pflichtschulabschluss hast oder

  • wenn du nicht weißt, welche Ausbildung zu dir passt oder welche Schritte du als nächstes machen sollst.

 

In diesen Fällen wende dich an die Koordinierungsstelle!

 

Jugendcoaching oder AMS erstellen den Perspektiven- oder Betreuungsplan mit dir gemeinsam. Dieser Plan beschreibt, wie du die Ausbildungspflicht erfüllen kannst. Das kann zum Beispiel durch eine Schule, eine Lehre, eine Teilqualifizierung oder einen nachgeholten Abschluss der Pflichtschule geschehen.

 

Wichtig für den Plan ist das, was du selbst willst. Es wird nichts über deinen Kopf hinweg entschieden!

Wie merken die Verantwortlichen überhaupt, ob ich in die Schule gehe oder gar nichts machen?

Eltern müssen die Koordinierungsstelle verständigen, wenn ihr Kind nicht innerhalb von 4 Monaten nach einem Abgang oder Abbruch von Schule oder Ausbildung wieder eine Schule oder Ausbildung besucht.

 

Außerdem gibt es künftig ein Meldesystem: Schulen, AMS, Sozialministeriumservice, Lehrlingsstellen und andere Einrichtungen melden künftig alle Jugendlichen, die eine Schule oder Lehre beginnen oder abbrechen. Die Koordinierungsstelle kann durch die Meldungen erkennen, ob ein Jugendlicher oder eine Jugendliche gerade keine Schule oder Lehre macht, und rasch Kontakt mit diesen Jugendlichen und ihren Eltern aufnehmen.

Muss ich nach der Pflichtschule eine Lehre oder Schule machen, die mich gar nicht interessieren?

Niemand wird in eine bestimmte Ausbildung oder Schule gedrängt. Es gibt Möglichkeiten, deine Interessen und deine Fähigkeiten herauszufinden. Mit Hilfe einer gelungenen Beratung können oft auch scheinbar unrealistische Zukunftswünsche konkrete Formen annehmen.

Ich arbeite. Gilt die Ausbildungspflicht trotzdem für mich?

In Zukunft darfst du unter 18 Jahren nur dann arbeiten, wenn du gleichzeitig eine Schule besuchst oder eine Ausbildung machst.

 

Du darfst auch eine Hilfsarbeit ausüben, wenn dies in deinem Perspektiven- oder Betreuungsplan steht. Wenn du eine Hilfsarbeit ausübst oder ausüben willst, die nicht in deinem Perspektiven- oder Betreuungsplan steht, dann berät und betreut dich die Koordinierungsstelle. Bei dieser Betreuung müssen deine Eltern und du selbst mitwirken.

Wann bin ich von der Ausbildungspflicht ausgenommen?

Die Ausbildungspflicht gilt für eine bestimmte Zeit nicht,

 

  • wenn du Kinderbetreuungsgeld bekommst,
  • wenn du ein Freiwilliges Soziales Jahr machst,
  • wenn du eine Freiwilliges Umweltjahr machst,
  • wenn du einen Gedenk-, Friedens- und Sozialdienst im Ausland machst,
  • wenn du ein Freiwilliges Integrationsjahr machst,
  • wenn du Präsenzdienst leistest,
  • wenn du Zivildienst leistest,
  • wenn du akut erkrankt bist,

 

oder wenn andere Gründe vorliegen, die berücksichtigt werden müssen. Für genauere Informationen wende dich an die Koordinierungsstelle!

Kann ich bestraft werden?

Nein. Jugendliche können nicht bestraft werden.

 

Für Eltern bzw. Erziehungsberechtigte gibt es dann Strafen, wenn kein anderes Mittel hilft. Sie werden nur bestraft, wenn sie sich nicht bemühen und nicht auf die Angebote zur Unterstützung reagieren.

Es gibt außerdem keine Strafe,

 

  • wenn Jugendliche weniger als 4 Monate keine Schule oder Ausbildung machen, zum Beispiel wegen der Ferien oder weil sie auf den Beginn der Schule oder Ausbildung warten müssen oder
  • wenn gerade kein Platz in einer passenden Schule oder Ausbildung vorhanden ist.

 

Die Strafbestimmungen gelten erst ab 1. Juli 2018. Bestrafung ist aber nicht das Ziel der Ausbildungspflicht. Die Ausbildungspflicht soll Jugendliche anregen und unterstützen, eine Schule oder Ausbildung zu machen.

Was ist, wenn ich vor meinem 18. Geburtstag mit meiner Schule oder Ausbildung fertig bin?

Das Ziel der Ausbildungspflicht ist, dass alle Jugendlichen einen höheren Abschluss als den Pflichtschulabschluss erreichen. Wenn du vor deinem 18. Geburtstag eine weiterführende Schule oder Ausbildung abschließt, endet die Ausbildungspflicht für dich. Das gilt auch bei verkürzter Lehrzeit oder bei 2-jähriger BMS.

Mein Antrag auf Asyl in Österreich wird noch behandelt. Welche Möglichkeiten zur Bildung oder Arbeit habe ich?

Die Ausbildungspflicht gilt nur für Jugendliche, die schon Asyl haben, und für subsidiär Schutzberechtigte. Um die Wartezeit auf einen Bescheid trotzdem zu nutzen, gibt es Angebote für Jugendliche, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist.

 

Wende dich an die Koordinierungsstelle!

Gilt die Ausbildungspflicht für Jugendliche mit Behinderung?

 Ja. Die Ausbildungspflicht gilt auch für Jugendliche mit Behinderung.

Ich will schon vor meinem 18. Geburtstag den Präsenzdienst absolvieren. Was bedeutet das für die Ausbildungspflicht?

Du kannst den Präsenzdienst mit Zustimmung deiner Eltern schon ab deinem 17. Geburtstag absolvieren. Wenn du das machst, wird die Ausbildungspflicht ruhend gestellt. In der Zeit zwischen dem Abrüsten und deinem 18. Geburtstag gilt für dich dann wieder die Ausbildungspflicht.