Häufig gestellte Fragen

Mein Kind hat psychosoziale Schwierigkeiten und musste die Ausbildung abbrechen. Wie geht es jetzt weiter?

Selbst wenn Ihr Kind eine Ausbildung abbrechen musste, ist noch nichts verloren. Die Koordinierungsstellen sind auf solche Situationen vorbereitet. Gemeinsam mit dem Jugendcoaching oder dem AMS wird ein Perspektiven- oder Betreuungsplan erstellt. So können Sie sicher sein, dass Ihr Kind bestmöglich unterstützt wird. Wenden Sie sich einfach an die Koordinierungsstelle: https://www.ausbildungbis18.at/index/contact

Ist häuslicher Unterricht im Rahmen der AusBildung bis 18 erlaubt?

Nein. Häuslicher Unterricht ist zwar eine Möglichkeit, die Schulpflicht zu erfüllen, aber nicht die darauf folgende Ausbildungspflicht.  

Darf mein Kind mit 16 Jahren arbeiten gehen?

Die Ausbildungspflicht sieht vor, dass Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr eine Ausbildung machen. Ziel ist es, dass alle Jugendlichen eine gute Ausbildung für den Arbeitsmarkt haben. Solange die Arbeit im Zuge einer Ausbildung stattfindet, wie bei einer Lehre oder einem Praktikum, ist sie erlaubt. Nur eine Hilfsarbeit ohne Ausbildung zu machen, ist aber nur möglich, wenn es im persönlichen Perspektiven- oder Betreuungsplan vorgesehen ist. Währenddessen wird Ihr Sohn/Ihre Tochter auch  von einem Jugendcoach begleitet. Mit dem begleitenden Jugendcoaching ist es möglich, Ihr Kind an eine Ausbildung heranzuführen.

Wer ist von der Ausbildungspflicht betroffen?

Betroffen sind alle unter 18 Jahren, die die Schulpflicht erfüllt haben und sich dauerhaft in Österreich aufhalten. Das Gesetz gilt erstmals für alle Jugendlichen, deren Schulpflicht 2017 endet.

Ab wann gilt die Ausbildungspflicht?

Das Ausbildungspflichtgesetz gilt seit 1. August 2016. Der erste betroffene Jahrgang sind jene Jugendlichen, deren Schulpflicht 2017 endet.
Die Meldeverpflichtung für Erziehungsberechtigte gilt ab 1. Juli 2017.
Die Strafbestimmungen treten erst mit 1. Juli 2018 in Kraft.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Informationen brauche?

Auf dieser Website stehen viele Informationen zur Verfügung, die häufig gestellte Fragen beantworten. Sie sind geordnet in Fragen und Antworten für

 

  • Eltern,

  • Jugendliche,

  • Schulen,

  • Organisationen und Einrichtungen,

  • Betriebe,

  • allgemeine Fragen

 

Haben Sie konkrete Fragen, welche über die auf dieser Website angebotenen Informationen hinausgehen, wenden Sie sich bitte an die Koordinierungsstelle!

Hier können Sie mit den Koordinierungsstellen in Kontakt treten.

Ist die Ausbildungspflicht eine verlängerte Schulpflicht?

Nein. Die Ausbildungspflicht ist keine verlängerte Schulpflicht. Das Besondere an der Ausbildungspflicht ist die Vielfalt der Möglichkeiten, durch die sie erfüllt werden kann, wie etwa durch den Besuch einer weiterführenden Schule, durch eine Lehre, durch die Teilnahme an anderen Ausbildungen oder an Angeboten des AMS, des Sozialministeriumservice, der Erwachsenenbildung oder der Länder.

Gilt die Ausbildungspflicht für Jugendliche mit Behinderung?

Ja. Die Ausbildungspflicht gilt auch für Jugendliche mit Behinderung.

Gilt die Ausbildungspflicht auch für Asylwerberinnen und Asylwerber?

Nein. Die Ausbildungspflicht gilt nur für Jugendliche, die schon Asyl haben, und für subsidiär Schutzberechtigte. Für jugendliche Asylwerberinnen und Asylwerber, die sich in der Grundversorgung befinden, stehen jedoch besondere und bedürfnisgerechte Bildungsangebote zur Verfügung.

 

Nach Möglichkeit sollen auch Asylwerberinnen und Asylwerber unter 18 in Zukunft besser auf eine Integration in eine Schule, eine Ausbildung oder den Arbeitsmarkt vorbereitet werden.

 

Fragen dazu beantwortet die Koordinierungsstelle.

 

Eine Auflistung von Angeboten für Asylwerberinnen und Asylwerber finden Sie hier bei help.gv.

Gibt es überhaupt genügend Angebote für Jugendliche?

Das Angebot muss sich nach dem Bedarf richten. Daher soll die Anzahl der Plätze nicht beliebig erhöht werden. Stattdessen müssen genau jene Angebote geschaffen werden, die gebraucht werden. So werden u.a. die Plätze in den Produktionsschulen bereits 2017 erweitert. Ein Schwerpunkt wird auch darauf gelegt, Schul- und Ausbildungsabbrüche präventiv zu vermeiden.

 

Der Vollausbau der AusBildung bis 18 wird 2019/2020 erreicht. Mittelfristig sind daher zusätzliche Plätze und Angebote notwendig, nicht zuletzt wegen der neu hinzukommenden jugendlichen Asylberechtigten.

 

Allein durch den demographischen Wandel werden österreichweit Ausbildungsplätze frei.

 

Mit dem Ausbildungspflichtgesetz wurde ein Monitoringsystem geschaffen. Dadurch wird festgestellt, wo welche Angebote benötigt werden. Diese Angebote sollen dann entsprechend zur Verfügung gestellt werden.

 

Welche Angebote es in der Region gibt, wissen die Koordinierungsstellen, die weitere Auskunft geben können.

Was ist das Jugendcoaching?

Seit 2012 begleitet das Jugendcoaching junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf. Rund 35.500 Jugendliche nehmen jährlich daran teil. Im Rahmen der AusBildung bis 18 spielt das Jugendcoaching eine wichtige Rolle.

 

Manche Jugendliche sind gefährdet, nach der Pflichtschule keine weitere Schule oder Lehre zu machen. Um diese Jugendlichen kümmert sich  das Jugendcoaching ganz besonders. Das Jugendcoaching unterstützt Jugendliche ab dem letzten Jahr der Schulpflicht in allen Schultypen. Es betreut außerdem auch außerschulische Jugendliche, die Unterstützung bei der Entscheidung über die Berufswahl benötigen. 

 

Im Rahmen der AusBildung bis 18 erstellt das Jugendcoaching gemeinsam mit diesen Jugendlichen  einen persönlichen Perspektivenplan, in dem die weiteren Schritte festgehalten werden. Das Jugendcoaching ist ein Angebot des Sozialministeriumservice.

Was ist eine Koordinierungsstelle?

Für die Koordinierung von Angeboten für Jugendliche, die nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht keine Ausbildung gefunden haben, ihre Ausbildung abgebrochen haben oder sich in besonderen Situationen befinden, wurden Koordinierungsstellen (KOST) eingerichtet. Es gibt in jedem Bundesland je eine Koordinierungsstelle sowie eine bundesweite Koordinierungsstelle. Die Koordinierungsstellen werden vom Sozialministerium gefördert.

 

Bei der Koordinierungsstelle laufen alle Meldungen und Daten über Jugendliche zusammen. Die zuständige Koordinierungsstelle nimmt schriftlich Kontakt mit den betreffenden Jugendlichen und ihren Eltern auf, wenn sie erfährt, dass Jugendliche die Ausbildungspflicht nicht erfüllen. Sie bietet weiters entsprechende Unterstützung und führt Beratungsgespräche durch.

 

Zuständig für Jugendliche ist jene Koordinierungsstelle, in deren Gebiet der Wohnsitz der Jugendlichen liegt.

Titel: Bundesweite Koordinierungsstelle AusBildung bis 18 Erklärung: In Österreich gibt es eine bundesweite Koordinierungsstelle und neun regionale Koordinierungsstellen, in jedem Bundesland eine. Die Koodinierungsstellen setzen die AusBildung bis 18 um. Dabei helfen ihnen die regionalen Netzwerke der Unterstützung. Die bundesweite Koordinierungsstelle wird von der Bundessteuerungsgruppe und dem Bundesbeirat kontrolliert und beauftragt.

 

Hier können Sie mit der Koordinierungsstelle in Kontakt treten.

Ist es möglich, die Ausbildungspflicht ruhend zu stellen?

Ja. Die Ausbildungspflicht gilt in manchen Zeiträumen vorübergehend nicht. Das ist insbesondere in Zeiträumen, in denen Jugendliche Kinderbetreuungsgeld beziehen, an einem Freiwilligen Sozialen Jahr teilnehmen oder den Präsenz- bzw. Zivildienst ableisten. Andere Gründe für ein Ruhen der Ausbildungspflicht finden Sie hier.

Wie hoch ist die Strafe?

Eltern zahlen 100 bis 500 Euro beim ersten Verstoß bzw. 200 bis 1.000 Euro im Wiederholungsfall. Für die Verhängung ist die Bezirksverwaltungsbehörde zuständig.

Wie kann mein Kind die Ausbildungspflicht erfüllen?

Die Ausbildungspflicht kann durch eine Vielzahl an Angeboten erfüllt werden:

 

  • durch Schulbesuch oder privaten Unterricht,
  • durch Lehre oder Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA),
  • durch die Teilnahme an vorbereitenden Maßnahmen für schulische Externistenprüfungen oder einzelne Ausbildungen (z.B. die Vorbereitung auf den Pflichtschulabschluss),
  • durch die Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen,
  • durch die Teilnahme an Angeboten für Jugendliche mit Assistenzbedarf,
  • durch eine im Perspektiven- oder Betreuungsplan vorgesehene Beschäftigung.

 

Auf dieser Website wird immer eine aktuelle Liste mit allen anerkannten Schulen und Angeboten veröffentlicht, mittels derer die Ausbildungspflicht erfüllt werden kann.

Die aktuelle Liste der Angebote finden Sie hier.

Was passiert, wenn mein Kind keine Ausbildung oder Schule macht?

Wenn Ihr Kind vier Monate lang keine Schule oder Ausbildung macht, erfüllt es die Ausbildungspflicht nicht. In diesem Fall müssen Sie diesen Umstand der Koordinierungsstelle (KOST) melden. Erfährt die KOST durch die Meldung der Schule oder anderer Einrichtungen davon, nimmt sie von sich aus schriftlich Kontakt mit Ihnen und Ihrem Kind auf.

 

Wenn Sie mit der KOST bzw. dem Jugendcoaching zusammenarbeiten, erhalten Sie Unterstützung. Es wird eine Beratung und Betreuung eingeleitet. Gemeinsam mit Ihrem Kind wird ein Perspektiven- oder Betreuungsplan erstellt, der auf die Fähigkeiten, Interessen und Wünsche Ihres Kindes eingeht.

 

Wenn Sie nicht mit der KOST zusammenarbeiten, wird das Jugendcoaching versuchen, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen. Scheitert das, bekommen Sie ein weiteres Schreiben von der KOST. Reagieren Sie darauf auch nicht, kann eine Anzeige gegen Sie bei der Bezirksverwaltungsbehörde erstattet werden. In diesem Fall drohen Ihnen Strafen.

Was ist, wenn mein Kind schon vor dem 18. Geburtstag mit der Schule fertig ist oder die Lehre abgeschlossen hat?

Wenn ein Jugendlicher oder eine Jugendliche eine weiterführende Ausbildung abschließt, endet die Ausbildungspflicht. Dies kann bei einer zweijährigen weiterführenden Schule oder einem dreijährigen Lehrberuf auch schon mit 17 Jahren der Fall sein. Das Ziel der AusBildung bis 18, nämlich einen über die Pflichtschule hinausgehenden Abschluss zu erreichen, ist damit erfüllt.

Was ist, wenn mein Kind gegen meinen Willen keine Ausbildung oder Schule machen will?

Eltern haben wesentlichen Einfluss auf die Bildungskarriere ihrer Kinder. Das Bewusstsein für den Wert einer weiterführenden Ausbildung bei den Jugendlichen zu stärken, ist sehr wichtig. In Fällen, in denen Sie Probleme bezüglich der weiteren Bildungslaufbahn Ihrer Kinder nicht selbst lösen können, steht Unterstützung zur Verfügung, die Ihr Kind berät und betreut. Wenn Sie als Elternteil glaubhaft machen können, dass Sie verantwortungsbewusst handeln und sich hinsichtlich der Bildungslaufbahn Ihres Kindes bemühen, wird auch keine Strafe verhängt.

Wann muss ich mein Kind melden? Und warum?

Wenn Ihr Kind vier Monate lang keine Schule oder Ausbildung macht, erfüllt es die Ausbildungspflicht nicht. In diesem Fall müssen Sie diesen Umstand der Koordinierungsstelle (KOST) melden. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass Sie und Ihr Kind rechtzeitig Unterstützung dabei erhalten, ein passendes Ausbildungsangebot zu finden.

Mein Kind ist unter 18 und hat eine Hilfsarbeit. Was passiert jetzt?

Alle Jugendlichen sollen nach der Pflichtschule eine Schule oder Ausbildung absolvieren. Jugendliche Hilfsarbeit ist nur dann erlaubt,

 

  • wenn sie neben dem Schulbesuch oder einer beruflichen Ausbildung stattfindet oder

  • wenn sie ausdrücklich im Perspektiven- oder Betreuungsplan zeitlich befristet festgelegt wurde.

 

Ist die Hilfsarbeit Ihres Kindes nicht im Perspektiven- oder Betreuungsplan vorgesehen, führt die Koordinierungsstelle (KOST) eine Beratung durch und leitet eine Betreuung ein. Sie und Ihr Kind sind dabei zu entsprechender Kooperation verpflichtet.

Wann wird eine Strafe verhängt? Wer wird bestraft?

Bestrafung ist nicht das Ziel der AusBildung bis 18 und wird immer nur das letzte Mittel sein. Ziel ist, Jugendliche zur Weiterführung von Schule oder Ausbildung zu motivieren und darin zu unterstützen. Bestraft werden nicht die Jugendlichen, sondern die Eltern.

 

Gegen Eltern wird aber nur dann Anzeige erstattet, wenn sie nachweislich keine Verantwortung übernehmen und sich nicht im Sinne ihres Kindes bemühen. Gestraft wird also grundsätzlich nicht gleich, sondern erst dann, wenn von den Eltern jede Kontaktaufnahme und die damit verbundenen Unterstützungsangebote verweigert werden.

Mein Kind hat schon den Pflichtschulabschluss nicht geschafft. Wie soll es eine weiterführende Ausbildung machen?

Ihr Kind kann die Ausbildungspflicht auch dadurch erfüllen, dass es an einem Kurs teilnimmt, der es auf den Pflichtschulabschluss vorbereitet.

 

Auch wenn auf dem ersten Weg nicht gleich ein positives Abschlusszeugnis gelingt, spricht nichts dagegen, einen Lehrberuf aufzunehmen. Mit der Möglichkeit der verlängerten Lehrzeit und den Angeboten der Erwachsenenbildung kann man dies auch gut aufholen.

 

Das Ziel der Ausbildungspflicht ist, dass Ihr Kind eine weiterführende Ausbildung absolvieren kann und so besser für eine spätere Arbeit qualifiziert ist. Alle Schritte, die zur Vorbereitung oder Erreichung dieses Ziels notwendig und sinnvoll sind, sind im Sinne der Ausbildungspflicht. Sie werden in einem Perspektiven- oder Betreuungsplan festgehalten.

Mein Kind hat selbst schon ein Kind. Gilt hier auch die Ausbildungspflicht?

Die Ausbildungspflicht ruht in den Zeiträumen, in denen Jugendliche Kinderbetreuungsgeld beziehen. Wird das Kinderbetreuungsgeld eingestellt, solange der oder die Jugendliche noch unter 18 ist, gilt die Ausbildungspflicht wieder. Das Jugendcoaching oder das AMS unterstützen Ihr Kind auch bei der Frage, wie Ausbildung und Kinderbetreuung vereinbart werden können.

Mein Kind sitzt zurzeit im Gefängnis. Ist es von der Ausbildungspflicht betroffen?

Ja. Für Jugendliche, die sich in Justizanstalten befinden, gilt die Ausbildungspflicht ebenfalls. Sie werden während dieser Zeit entsprechend den Bestimmungen des Jugendgerichtsgesetzes ausgebildet.