Wie funktioniert das Meldesystem?

Koordinierungsstellen sollen sicherstellen, dass Jugendliche, die die Ausbildungspflicht nicht erfüllen, die passende Unterstützung erhalten.

 

Damit die Koordinierungsstellen aktiv werden können, bedarf es einer möglichst umfassenden Information über Jugendliche, die eine Ausbildung abgebrochen oder erst gar nicht angetreten haben. Aus diesem Grund sind – neben den Eltern und anderen relevanten Institutionen und Einrichtungen – auch die Schulen verpflichtet, der Statistik Austria Daten der von ihnen ausgebildeten oder betreuten Jugendlichen zu melden. Damit soll ein Dropout so früh wie möglich erkannt und Interventionen ermöglicht werden.

Titel: Meldesystem und Datenfluss AusBildung bis 18.  Erklärung: Koordinierungsstellen sollen sicherstellen, dass Jugendliche die passende Unterstützung erhalten.  Damit die Koordinierungsstellen aktiv werden können, bedarf es einer möglichst umfassenden Information über Jugendliche, die eine Schule, Ausbildung oder Betreuung abgebrochen oder erst gar nicht angetreten haben. Aus diesem Grund sind – neben den Erziehungsberechtigten und Schulen – auch folgende Einrichtungen verpflichtet, der Statistik Austria Daten der von ihnen ausgebildeten oder betreuten Jugendlichen zu melden: Lehrlingsstellen, AMS, Sozialministeriumservice sowie die nicht vom AMS oder Sozialministeriumservice beauftragten Träger von Ausbildungsmaßnahmen. Die übermittelten Daten werden von der Statistik Austria miteinander abgeglichen, um jene Jugendlichen herauszufiltern, die keiner Schule oder Ausbildung nachgehen. Die Daten dieser Jugendlichen werden über das Sozialministeriumservice an die zuständige Koordinierungsstelle übermittelt. Diese sorgt dafür, dass der Sachverhalt abgeklärt wird und rasch die erforderlichen Unterstützungsmaßnahmen gesetzt werden. Die Koordinierungsstellen arbeiten dabei mit dem Netzwerk der Unterstützung zusammen.

Welche Daten müssen gemeldet werden?

Um Jugendliche zu erfassen, die eine schulische Ausbildung beendet haben, müssen Schulen folgende Daten aller Zu- und Abgänge von nicht mehr schulpflichtigen Jugendlichen an die Statistik Austria übermitteln:

 

  1. das Geburtsdatum

  2. das Geschlecht

  3. die Staatsangehörigkeit

  4. die Anschrift am Heimatort und, sofern zusätzlich vorhanden, der Zustelladresse

  5. das Beginndatum der jeweiligen Ausbildung und deren Bezeichnung unter Angabe der Schulformenkennzahl

  6. das Beendigungsdatum und die Beendigungsform der jeweiligen Ausbildung sowie die Bezeichnung der beendeten Ausbildung unter Angabe der Schulformenkennzahl

  7. die Sozialversicherungsnummer

 

Jede Datenlieferung der Schulen hat unter Verwendung der Schulkennzahl alle für den jeweiligen Stichtag relevanten Zu- und Abgänge zu enthalten.

Wann und wie sind die Daten zu übermitteln?

Die Daten müssen zu den Stichtagen Anfang Februar, April, Juni und Oktober jedes Kalenderjahres jeweils innerhalb von sieben Werktagen übermittelt werden.

Ein Regal voller Ordner

Die Übermittlung der Daten muss in einem von der Statistik Austria vorgegebenen Datenformat mittels des von der Statistik Austria bereitgestellten Webservice oder der bereitgestellten Portalapplikation erfolgen.

 

WICHTIG: Die Meldepflicht tritt für Bundesschulen mit 1. Juli 2017 und für Pflichtschulen mit 1. Juli 2018 in Kraft.

 

Die zur Einhaltung der Meldepflicht durch die Schulen erforderlichen Vorkehrungen hat der jeweilige Schulerhalter zu treffen.

Technische Umsetzung

Die Datenmeldungen haben über ein Schülerverwaltungsprogramm bzw. eine dafür zur Verfügung gestellten Web-Schnittstelle zu erfolgen. Detaillierte Angaben dazu befinden sich in einem eigenen Erlass des Bundesministeriums für Bildung.

Wofür werden die Daten verwendet?

Die Meldung ist vier Mal im Jahr zu erstatten, um bei Jugendlichen mit fehlendem Ausbildungsstatus rasche Interventionen zu ermöglichen. Die übermittelten Daten werden von der Statistik Austria miteinander abgeglichen, um jene Jugendlichen herauszufiltern, die keiner Ausbildung nachgehen. Die Daten dieser Jugendlichen werden über das Sozialministeriumservice an die zuständige Koordinierungsstelle übermittelt. Zuständig ist jene Koordinierungsstelle, in deren Gebiet der Wohnsitz der Jugendlichen liegt.

 

Die Koordinierungsstellen sorgen dafür, dass der Sachverhalt aufgrund der erfolgten Meldungen abgeklärt wird und rasch die erforderlichen Unterstützungsmaßnahmen gesetzt werden. Sie arbeiten dabei mit den betroffenen Institutionen (z.B. Jugendeinrichtungen von Bund und Ländern, Schulen, Lehrlingsstellen, Betrieben, AMS) zusammen.

Datenschutz

Die Statistik Austria handelt als Dienstleister des Sozialministeriumservice und ist gesetzlich verpflichtet, die erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Gewährleistung der Datensicherheit zu treffen. Eine Verknüpfung der übermittelten Daten erfolgt nur indirekt personenbezogen.

 

Das Sozialministeriumservice und die Koordinierungsstellen sind zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten nur insoweit ermächtigt, als diese zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben eine wesentliche Voraussetzung sind.

Daten unterschiedlicher staatlicher Bereiche dürfen nur von der Statistik Austria und nur indirekt personenbezogen zusammengeführt werden, um statistische und wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen.