Was bedeutet die Ausbildungspflicht für Eltern?

Mit 1. August 2016 wurde in Österreich eine Ausbildungspflicht eingeführt. Das bedeutet, dass alle Menschen unter 18 Jahren nach der Pflichtschule eine weitere Schule besuchen oder eine Ausbildung machen müssen.

 

Ziel ist, dass alle Jugendlichen eine Ausbildung abschließen, die über die Pflichtschule hinausgeht.

Was können Sie als Elternteil tun?

Ihr wichtigster Beitrag ist, in Ihrem Kind das Bewusstsein für den Wert einer Ausbildung zu stärken. Unterstützen Sie es dabei, nach der Pflichtschule eine weiterführende Schule oder Ausbildung zu absolvieren!

Meldepflicht für Eltern

Jugendliche, die kein Bildungs- oder Ausbildungsangebot nutzen, sollen optimal unterstützt werden, rasch ein passendes Angebot zu finden. Dafür ist es nötig, sie möglichst frühzeitig zu erkennen.

 

Sie sind daher verpflichtet, die Koordinierungsstelle zu verständigen, wenn Ihr Kind seit vier Monaten keine Schule oder Ausbildung macht und somit die Ausbildungspflicht nicht erfüllt. Nehmen Sie so früh wie möglich mit der Koordinierungsstelle Kontakt auf! Die Verständigung muss jedenfalls sofort nach Ablauf der vier Monate, spätestens zwei Wochen danach erfolgen.

 

Hier können Sie mit der Koordinierungsstelle in Kontakt treten.

 

WICHTIG: Die Meldepflicht tritt für Eltern mit 1. Juli 2017 in Kraft.

Wann erfüllt Ihr Kind die Ausbildungspflicht?

Die Ausbildungspflicht ist keine Verlängerung der Schulpflicht. Sie kann nicht nur durch einen Schulbesuch erfüllt werden, sondern auch durch eine Lehre oder eine andere Ausbildung.


Eine sitzende Jugendliche

Ihr Kind erfüllt die Ausbildungspflicht, wenn es eines der folgenden Angebote besucht:

 

  • Schule oder privater Unterricht

  • berufliche Ausbildung, wie Lehre, Überbetriebliche Ausbildung, Teilqualifizierung

  • vorbereitende Maßnahme für eine weitere Ausbildung

  • Nachholen eines Pflichtschulabschlusses

  • arbeitsmarktpolitische Angebote

  • Angebote für Jugendliche mit Assistenzbedarf

  • eine im Perspektiven- oder Betreuungsplan vorgesehene Beschäftigung

 

Erfüllt Ihr Kind die Ausbildungspflicht nicht, drohen Ihnen Strafen.

Hier erhalten Sie mehr Informationen über Strafen.

 

Ferienzeiten oder Wartezeiten auf den Beginn einer Schule oder Ausbildung von maximal vier Monaten innerhalb eines Jahres sind kein Problem. Wenn gerade kein Platz in einer passenden Schule oder Ausbildung zur Verfügung steht oder eine Schule oder Ausbildung erst nach Ablauf der vier Monate beginnt, hat auch dies keine Bestrafung zur Folge.

 

Hier finden Sie mehr über Angebote für Jugendliche.

Ausnahmen

Von der Ausbildungspflicht vorübergehend ausgenommen sind

 

  • Jugendliche, die Kinderbetreuungsgeld beziehen

  • Jugendliche, die ein Freiwilliges Soziales Jahr bzw. Präsenz- oder Zivildienst leisten

  • Jugendliche die ein Freiwilliges Umweltschutzjahr, einen Gedenk-, Friedens- und Sozialdienst im Ausland oder ein Freiwilliges Integrationsjahr leisten 

  • Jugendliche, die erkrankt sind

 

Liegen sonstige berücksichtigungswürdige Gründe vor, können Sie bei den Landesstellen des Sozialministeriumservice einen Antrag auf Ausnahme von der Ausbildungspflicht stellen.

Strafen

Bestrafung ist nicht das Ziel der AusBildung bis 18, sondern nur das letzte Mittel.

Ziel ist, Jugendliche zu einer weiterführenden Schule oder Ausbildung zu motivieren. Gegen Sie wird nur dann Anzeige erstattet, wenn Sie nachweislich keine Verantwortung übernehmen und sich nicht im Sinne Ihres Kindes bemühen.

Bestraft werden Sie dann, wenn Sie jede Kontaktaufnahme und die damit verbundenen Unterstützungsangebote verweigert haben.

 

Die Höhe der Strafe: Sie zahlen 100 bis 500 Euro beim ersten Verstoß bzw. 200 bis 1.000 Euro im Wiederholungsfall. Für die Verhängung ist die Bezirksverwaltungsbehörde zuständig.

Was passiert, wenn Sie Ihr Kind gemeldet haben?

Die Koordinierungsstelle kann durch Ihre Meldung oder die Meldungen anderer Einrichtungen, wie Schulen oder AMS, erkennen, ob Ihr Kind gerade eine Schule oder Lehre absolviert. Bemerkt die Koordinierungsstelle, dass Ihr Kind schon vier Monate lange kein Bildungs- oder Ausbildungsangebot nutzt, nimmt sie mit Ihnen und Ihrem Kind Kontakt auf. Das Jugendcoaching wird Sie dann dabei unterstützen, ein für Ihr Kind passendes Angebot zu finden.