Was bedeutet die Ausbildungspflicht für Betriebe?

Die österreichische Bundesregierung hat 2016 mit der AusBildung bis 18 einen weiteren wichtigen Schritt gesetzt. Ziel der AusBildung bis 18 ist, dass alle Jugendlichen eine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung abschließen.

 

Daher wurde mit 1. August 2016 eine Ausbildungspflicht für alle Jugendlichen unter 18, die die Schulpflicht erfüllt haben, eingeführt. Das Ausbildungspflichtgesetz als Kern der Initiative AusBildung bis 18 gilt erstmals für jene Jugendlichen, deren Schulpflicht 2017 endet. Es tritt mit einem Etappenplan bis 1. Juli 2018 stufenweise in Kraft. Damit einher geht eine Einschränkung der Hilfsarbeit von Jugendlichen unter 18.

 

Die Zahl jener jungen Menschen, die einen weiterführenden Abschluss erreichen, soll durch die Ausbildungspflicht deutlich steigen. Gleichzeitig sollen die Zahl der Schulabbrecherinnen und Schulabbrecher sowie jene der arbeitslosen oder sich in Hilfsarbeit befindlichen Jugendlichen sinken.

Die AusBildung bis 18 ist mehr als die Ausbildungspflicht

Jugendlichen fehlt oft die Verbindung zwischen persönlichen Stärken, Interessen und Berufswahl, manche sind mit anderen belastenden Problemen konfrontiert. Daher ist es wesentlich, dass sich Jugendliche ihrer Stärken, Interessen, Talente und Begabungen bewusst werden, um auf diese als Ressourcen im Bildungs- und Ausbildungsprozess selbstbewusst zugreifen zu können.

 

Aus diesem Grund geht die Initiative AusBildung bis 18 über die Ausbildungspflicht hinaus. Sie umfasst auch präventive Angebote, die bestmögliche Unterstützung von Jugendlichen und Eltern sowie eine Optimierung der Bildungs- und Ausbildungsangebote.

Einschränkung der Hilfsarbeit von Jugendlichen

Hilfsarbeit von Jugendlichen unter 18 Jahren ist nur mehr dann erlaubt, wenn sie neben schulischer oder beruflicher Ausbildung ausgeübt wird oder explizit im Perspektiven- oder Betreuungsplan zeitlich befristet festgelegt wurde. Auf diese Weise sollen die Chancen von Jugendlichen auf Ausbildung und Weiterentwicklung gewahrt und die Jugendlichen rechtzeitig unterstützt werden, um ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

Ein Pärchen am Donaukanal

Das nützt nicht nur den Jugendlichen. Die Wirtschaft profitiert von ausgebildeten Fachkräften deutlich mehr als von unqualifizierten jugendlichen Beschäftigten.

Erforderliche Zusammenarbeit von Lehr- und Ausbildungsbetrieben

Zur Gewährleistung der bestmöglichen Ausbildung erstellen – abhängig von der Zielgruppe – entweder AMS oder Jugendcoaching gemeinsam mit dem oder der betreffenden Jugendlichen einen auf deren individuelle Bedürfnisse abgestimmten Perspektiven- oder Betreuungsplan.

 

Bei der Erstellung des Perspektiven- oder Betreuungsplans wird auch die Möglichkeit einer Fortsetzung oder Neuaufnahme von Schulbesuch oder Lehre geprüft. Wenn dies nicht möglich ist, wird erörtert, in welcher Weise die Ausbildungspflicht erfüllt werden kann. Dieser Prozess erfolgt in Zusammenarbeit mit allen in Betracht kommenden Organisationen und Einrichtungen, gegebenenfalls auch mit den Lehr- und Ausbildungsbetrieben und mit den Lehrlingsstellen.

 

Betriebe sind aufgerufen, im Rahmen der Erstellung des Perspektiven- oder Betreuungsplans Unterstützung zu leisten und, sofern dies zweckmäßig ist, die (Wieder-)Aufnahme oder Fortsetzung einer Ausbildung zu ermöglichen.