Bildungs- und Ausbildungsangebote zur Erfüllung der Ausbildungspflicht

Jugendliche sollen motiviert werden, nach der Pflichtschule eine weiterführende Schule oder Ausbildung zu machen, um eine höhere Qualifikation als den Pflichtschulabschluss erreichen.

Ende der Ausbildungspflicht vor dem 18. Lebensjahr

Die Verpflichtung besteht höchstens bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Sie kann auch schon früher enden, wenn Jugendliche eine Ausbildung abgeschlossen haben. Das ist z.B. der Fall, wenn ein Jugendlicher oder eine Jugendliche eine zweijährige BMS oder eine kürzere Lehrausbildung erfolgreich beendet haben.

Nicht ausreichend ist dagegen der Besuch einer kürzer als zwei Jahre dauernden BMS oder der Besuch einer BMS nur im 9. Schuljahr. Auch das bloße Nachholen des Pflichtschulabschlusses ohne eine weiterführende Ausbildung reicht nicht aus.

Durch welche Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen kann die Ausbildungspflicht erfüllt werden?

Die Ausbildungspflicht kann insbesondere erfüllt werden durch:

 

  • Besuch einer weiterführenden Schule allgemein bildender höherer oder berufsbildender Art: AHS, BMS oder BHS und Privatschulen, Schule für (psychiatrische) Gesundheits- und Krankenpflege, Schule für Kinder- und Jugendlichenpflege, Schule für medizinische Assistenzberufe, Schule für den medizinisch-technischen Fachdienst, Schule für Land- und Forstwirtschaft

  • Lehrausbildung: Lehre, verlängerte Lehre, Teilqualifizierung, Überbetriebliche Lehre

  • Ausbildung in einem Pflegehilfelehrgang, in einer zahnärztlichen Assistenz, zum medizinischen Masseur oder zur medizinischen Masseurin, zum Heilmasseur oder zur Heilmasseurin, zum Rettungssanitäter oder zur Rettungssanitäterin sowie zum Notfallsanitäter oder zur Notfallsanitäterin.

  • Ausbildung in einem Sozialbetreuungsberuf zum Diplom-Sozialbetreuer, zur Diplom-Sozialbetreuerin, zum Fach-Sozialbetreuer, zur Fach-Sozialbetreuerin, zum Heimhelfer oder zur Heimhelferin.

  • Teilnahme an einem anerkannten arbeitsmarkt- oder bildungspolitischen Angebot, das auf eine weiterführende Schule oder Ausbildung vorbereitet. Es muss ein Perspektiven- oder Betreuungsplan des Jugendcoaching oder AMS vorliegen, der den Nutzen dieses Angebots für den Jugendlichen oder die Jugendliche dokumentiert.

  • Teilnahme an einem Sprachkurs für Jugendliche, die besondere Förderung in der deutschen Sprache brauchen. Der ausschließliche Besuch eines Sprachkurses ist aber nur so lange zulässig, wie dies im Perspektiven- oder Betreuungsplan vorgesehen ist.

  • Teilnahme an einer Maßnahme für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf, die die Integration der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt erleichtert.

  • Teilnahme an niederschwelligen Maßnahmen und Programmen der außerschulischen Jugendarbeit, die eine Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt erleichtern. Parallel dazu muss ein Perspektiven- oder Betreuungsplan erstellt werden.

  • Besuch von Schulen oder Ausbildungen im Ausland, wenn diese mindestens gleichwertig mit vergleichbaren österreichischen Schulen oder Ausbildungen sind oder wenn diese in Österreich nicht angeboten werden, und wenn dadurch kein Nachteil für die Jugendlichen zu erwarten ist.

  • Teilnahme an einer Offiziers- oder Unteroffiziersausbildung im Rahmen eines Ausbildungsdienstes oder eines Dienstverhältnisses beim Bundesheer.

 

Titel: Maßnahmen zur Erfüllung der Ausbildungspflicht. Erklärung: Die Ausbildungspflicht kann durch eine Vielzahl an Angeboten erfüllt werden.  Ein Schulbesuch oder privater Unterricht gilt genauso wie eine Lehre oder eine Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA). Eine Teilnahme an vorbereitenden Maßnahmen für schulische Externistenprüfungen oder einzelne Ausbildungen sind auch erlaubt. Zudem wird die Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die Teilnahme an Angeboten für Jugendliche mit Assistenzbedarf und auch ein Perspektiven- oder Betreuungsplan als Erfüllung der Ausbildungspflicht angerechnet.

Liste der Bildungs- und Ausbildungsangebote
zur Erfüllung der Ausbildungspflicht

Hier finden Sie die offizielle Liste der anerkannten Angebote und Maßnahmen, durch deren Absolvierung oder erfolgreichen Abschluss die Ausbildungspflicht erfüllt wird.

 

 Download „Angebote zur Erfüllung der Ausbildungspflicht“, Stand 2.12.2016

 

Anerkennung anderer Angebote und Maßnahmen

Auf Antrag der Erziehungsberechtigten hat das Sozialministeriumservice mit Bescheid festzustellen, ob eine Maßnahme oder eine Beschäftigung im Einzelfall die Ausbildungspflicht erfüllt.

Für die Entscheidung über den Antrag ist wesentlich, ob die Maßnahme oder Beschäftigung die Chancen von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt verbessern kann.